
Präzisionwerkzeug
Meine Schnittwerkzeuge bieten erstklassige Schnittleistung. Auf diesem Bild seht ihr die Werkzeuge, die ich hauptsächlich bei meinen Einsätzen verwende. Ganz links befindet sich die Handsäge. Hier benutze ich immer feine Sägeblätter, da ich persönlich mit diesen am besten zurechtkomme. Das feine Sägeblatt hat 10 Zähne auf 3,5 cm. Je weniger Zähne, desto gröber das Blatt. Als nächstes Schnittwerkzeug folgen die Handschere und die kleine Handsäge. Mit der Schere lassen sich sehr gut enge und schwer erreichbare Schnitte ausführen. Mit der kleinen Handsäge können auch Schnittsituationen in beengten Bereichen bewältigt werden. Bei der Schere sollte immer darauf geachtet werden, dass die Klinge scharf ist. Denn je stumpfer die Klinge, desto schwerer der Schnitt. Übrigens handelt es sich hierbei um eine Bypass-Schere, die das Holz beim Schnitt wenig bis gar nicht quetscht, im Gegensatz zur Amboss-Schere.
Zum Schluss möchte ich die Akkuschere vorstellen. Dieses Schnittwerkzeug erleichtert die Arbeit erheblich. Die auf dem Bild gezeigte Schere kann Äste mit einem Durchmesser von bis zu 45 mm schneiden. Dank dieser Schneidleistung wird die Handsäge, egal ob groß oder klein, deutlich seltener benötigt, was die Gelenke sehr schont. Bei der Verwendung der Akkuschere ist jedoch Vorsicht geboten: Da sie sehr schnell schneidet, dürfen keine unsauberen Schnitte ausgeführt werden. Außerdem sollte trotz des Sicherheitssystems niemals ein Finger zwischen die Schneiden geraten.
Bitte vergesst nicht, dass alle, die ein Gewerbe angemeldet haben oder anmelden möchten, ihre Betriebsmittel (Maschinen, Leitern usw.) jährlich prüfen lassen müssen (DGUV/TRBS). Bei Leitern ist dies beispielsweise der Fall, da bei einem Arbeitsunfall die Prüfung kontrolliert wird. Eine solche Prüfung ist auch nicht sehr kostenintensiv, wenn alles in Ordnung ist. Die Prüfung selbst kostet etwa 15-20 €.
Schnittwerkeug für den Schnitt vorbereiten
Schritt 1: Werkzeugvorbereitung
Bereiten Sie Ihre Schneidwerkzeuge vor, indem Sie sie reinigen und schärfen, um saubere und effektive Schnitte zu gewährleisten.
Schritt 2: Auswahl der Schnittstelle
Wählen Sie den richtigen Schnittpunkt am Obstbaum aus, um das Wachstum zu fördern und die Gesundheit des Baumes zu erhalten.
Schritt 3: Durchführung des Schnitts
Führen Sie den Schnitt präzise und vorsichtig aus, um Verletzungen am Baum zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erzielen.
Werkzeugvorbereitung
Das Schärfen und Reinigen der Schneidwerkzeuge gehört zu den wichtigsten Aufgaben beim Obstbaumschnitt. Sind Schere oder Säge nicht scharf genug, werden die Schnitte mühsam und ungenau.
Die Reinigung ist äußerst wichtig. Zum einen wird der Schnitt erschwert, wenn sich zu viel getrocknete Flüssigkeit und Schmutz an den Schneiden festgesetzt haben. Zum anderen ist das Reinigen und Desinfizieren entscheidend, um die Übertragung von Krankheiten von einem Baum auf einen anderen zu verhindern.
Wachstum & Gesundheit
Es gibt zwei Zeitpunkte die über Wachstum und beruhigen des Wachstums bestimmen. Wird im Winterhalbjahr geschnitten, wird das Wachstum des Baumes angeregt. Je mehr geschnitten wird, desto mehr treibt der Obstbaum im nächsten Jahr aus. Wird hingegen im Sommerhalbjahr geschnitten, wird das Wachstum des Baumes ein- gebremst.
Durchführung des Schnitts
Um einen wirklich sauberen und fachgerechten Schnitt zu erzielen, der dem Baum eine optimale Heilung ermöglicht und ihn vor Krankheiten schützt, sollte der Ast immer direkt am Astansatz, auch Astring genannt, abgeschnitten oder abgesägt werden. Der Schnitt wird dabei schräg von oben nach unten angesetzt und verjüngt sich zum Astansatz hin, sodass die Schnittfläche am Ansatz breiter ist. Wenn man sich konsequent am Astansatz orientiert, ist der Schnitt automatisch korrekt und fördert das schnelle Nachwachsen des Kambiums. Besonders wichtig zu beachten ist, dass es bei Kernobst- und Steinobstbäumen maximale Astdurchmesser gibt, die nicht überschritten werden sollten, um die Gesundheit des Baumes zu bewahren. Für Kernobstbäume liegt dieser empfohlene maximale Durchmesser bei 8 cm, während er bei Steinobstbäumen nur 5 cm beträgt. Diese Richtwerte helfen dabei, die Belastung für den Baum gering zu halten und eine gute Wundheilung zu gewährleisten.
